Gesellschaftsrecht

Erfolgreich sein am Standort VAE

Sind Sie daran interessiert, eine Gesellschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu gründen oder eine bestehende Unternehmung neu zu organisieren? Wir beraten Sie dabei gerne in folgenden Bereichen:

  • Entwicklung und Überprüfung von Markteintrittskonzepten
  • Beratung bei Gründung, Umstrukturierung und Auflösung von Unternehmen im Staatsgebiet und in Freihandelszonen der Vereinigten Arabischen Emirate
  • Ausarbeitung von Gesellschaftsverträgen, Beschlüssen und Vollmachten
  • Unterstützung bei Vorbereitung und Abhaltung von Gesellschafterversammlungen

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Häufig gestellte Fragen

Überblick zur Unternehmensgründung

Die Vereinigten Arabischen Emirate ("VAE") bieten Investoren ein attraktives Geschäftsumfeld. Zu den bedeutendsten Investitionsanreizen zählen eine liberale Wirtschaftspolitik, politische Stabilität, der grundsätzliche Verzicht auf die Erhebung von Einkommen- und Körperschaftsteuer, die Existenz verschiedenster Freihandelszonen und Offshore-Gesetzgebungen, die Möglichkeit des unbeschränkten Kapital- und Gewinntransfers, ein fester Wechselkurs zwischen der Landeswährung Dirham ("AED") und dem US-Dollar sowie das Bestehen zahlreicher bilateraler Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung.

Der Markt kann durch direktes Exportgeschäft in die VAE, durch Bestellung von Handelsvertretern bzw. Distributoren oder durch die Gründung einer eigenen Niederlassung vor Ort bearbeitet werden.

Im Rahmen der Gründung von Niederlassungen sind drei Gebiete zu unterscheiden: erstens das Staatsgebiet der VAE selbst, zweitens die Freihandelszonen und drittens Gebiete, die Offshore-Gesetzgebungen unterliegen. Je nach Standort greifen unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen, die verschiedene unternehmerische Möglichkeiten eröffnen.

Eine Niederlassung kann in jedem der sieben Emirate gegründet werden.

Die von ausländischen Investoren bevorzugte Rechtsform ist die sogenannte Limited Liability Company ("LLC"). Sie ist mit der deutschen GmbH vergleichbar. Gemäß dem lokalen Gesellschaftsrecht, das im Staatsgebiet der VAE – also außerhalb von Freihandelszonen – die maßgebende Rechtsgrundlage bildet, müssen mindestens 51% der Geschäftsanteile in der Hand eines Einheimischen oder einer Gesellschaft, die zu 100% von emiratischen Staatsangehörigen gehalten wird, liegen. An dieser Voraussetzung hat auch das neue Gesetz zum Gesellschaftsrecht (Federal Law No. 2 of 2015 in seiner derzeit gültigen Fassung) direkt nichts geändert. Ausnahmen sind jedoch über das Foreign Direct Investment Law (Federal Decree-Law No. 19 of 2018) gestattet. Die sogenannte Positive List legt 122 Geschäftsaktivitäten aus 13 Wirtschaftssektoren fest, in denen – unter erhöhten Anforderungen – eine ausländische Gesellschaftsbeteiligung von bis zu 100% möglich ist.

Die Höhe des Stammkapitals einer LLC können die Gesellschafter grundsätzlich selbst festlegen. Es muss indes zur Erreichung des Gesellschaftszwecks ausreichend sein.

Sofern keine Handelsaktivitäten ausgeübt werden sollen, kommt auch das Gründen einer unselbständigen Zweigniederlassung einer ausländischen Muttergesellschaft, also das Errichten einer sogenannten Branch, in Betracht. Dabei ist – anders als bei der LLC – kein Gesellschaftskapital aufzubringen. Es muss aber eine Bankgarantie in Höhe von AED 50.000 gestellt werden.

Als Alternative zur Gründung im Staatsgebiet kommt das Errichten eines Unternehmens in einer der zahlreichen Freihandelszonen der VAE in Betracht.

Das Emirat Dubai verfügt mit Abstand über die größte Anzahl an Freihandelszonen. Diese sind zum Teil auf bestimmte Wirtschaftszweige ausgerichtet und bieten damit auch innerhalb der Freihandelszone ein ideales Geschäftsumfeld. Zu den bekanntesten Freihandelszonen zählen Jebel Ali Free Zone, Dubai Airport Freezone, Dubai International Financial Centre, Dubai Internet City, Dubai Multi Commodities Centre, Dubai Healthcare City und Dubai Design District.

Freihandelszonen sind räumlich abgegrenzte Gebiete auf dem Territorium der VAE, in denen das Recht der VAE nur eingeschränkt gilt. Ein entscheidender Standortvorteil ist die Tatsache, dass die Regelwerke der Freihandelszonen – anders als die Bestimmungen für Gründungen im Staatsgebiet der VAE – es ausländischen Investoren erlauben, Gesellschaften mit beschränkter Haftung als Mehrheits- oder Alleingesellschafter zu errichten. Dies bleibt auch nach Inkrafttreten des Foreign Direct Investment Law angesichts der hohen Hürden, die für die Lizenzierung einer Gesellschaft auf Basis dieses Gesetzes im Staatsgebiet aufgestellt werden, ein gewichtiger Anreiz.

Das Verbringen von Gütern in eine Freihandelszone zur Zwischenlagerung oder zum dauerhaften Verbleib erfolgt zollfrei. Werden dort gelagerte oder gefertigte Waren dagegen in das Staatsgebiet der VAE geliefert, fällt für die meisten Produkte ein einheitlicher Importzoll von 5% an. Dabei wird die Freihandelszonengesellschaft wie ein ausländischer Importeur behandelt.

Auch Offshore-Gesellschaften können in den VAE aufgesetzt werden. Sie bieten eine der kostengünstigsten Möglichkeiten, ein Unternehmen zu gründen. Insbesondere fallen keine Kosten für das Anmieten der sonst obligatorischen Büroräumlichkeiten an.

Zu beachten gilt jedoch, dass es Offshore-Gesellschaften in der Regel untersagt ist, Beziehungen zu Geschäftspartnern in den VAE zu unterhalten.

Die Entscheidung, welcher Standort und welche Rechtsform für das konkrete Investitionsvorhaben in den VAE am geeignetsten ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu zählen Art der Geschäftstätigkeit, Sitz wichtiger Geschäftspartner und verfügbares Budget.

Vor dem endgültigen Entschluss sollte daher immer eine fundierte Analyse der jeweiligen wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen erfolgen, um die passende Basis für das Gründungsvorhaben zu finden.

Für alle zu gründenden Gesellschaften ist sicherzustellen, dass sie den Anforderungen der sogenannten Economic Substance Regulations genügen.

Weitere Informationen

Veröffentlicht am 08.10.2020

Veröffentlicht am 28.09.2020

AHK Legal Newsletter September 2020 (veröffentlicht auf Englisch)

Veröffentlicht am 21.05.2020

Veröffentlicht am 23.03.2020

AHK Legal Newsletter December 2019 (veröffentlicht auf Englisch)

AHK Legal Newsletter September 2019 (veröffentlicht auf Englisch)

AHK Legal Newsletter March 2019 (veröffentlicht auf Englisch)

AHK Legal Newsletter May 2017 (veröffentlicht auf Englisch)

Veröffentlicht am 14.05.2017

Veröffentlicht am 01.08.2016

Veröffentlicht am 11.04.2016

AHK Newsletter Recht und Steuern, Januar 2016, S. 8 f.

AHK Newsletter Recht und Steuern, August 2015, S. 3 - 5

AHK Newsletter Recht und Steuern, April 2014, S. 12 f.

Änderungen der Anforderungen an das Stammkapital von Freihandelszonengesellschaften

AHK Newsletter Recht und Steuern, Dezember 2013, S. 5 f.