Gesellschaftsrecht

Erfolgreich sein am Standort VAE

Sind Sie daran interessiert, eine Gesellschaft in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu gründen oder eine bestehende Unternehmung neu zu organisieren oder abzuwickeln? Wir beraten Sie dabei gerne in folgenden Bereichen:

  • Entwicklung und Überprüfung von Markteintrittskonzepten
  • Beratung bei Gründung, Umstrukturierung und Auflösung von Unternehmen im Staatsgebiet und in Freihandelszonen der Vereinigten Arabischen Emirate
  • Ausarbeitung von Gesellschaftsverträgen, Beschlüssen und Vollmachten
  • Unterstützung bei Vorbereitung und Abhaltung von Gesellschafterversammlungen

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Überblick zur Unternehmensgründung

Die Vereinigten Arabischen Emirate ("VAE") bieten Investoren ein attraktives Geschäftsumfeld. Zu den bedeutendsten Investitionsanreizen zählen eine liberale Wirtschaftspolitik, politische Stabilität, der grundsätzliche Verzicht auf die Erhebung von Einkommen- und Körperschaftsteuer, die Existenz verschiedenster Freihandelszonen und Offshore-Gesetzgebungen, die Möglichkeit des unbeschränkten Kapital- und Gewinntransfers, ein fester Wechselkurs zwischen der Landeswährung Dirham ("AED") und dem US-Dollar sowie das Bestehen zahlreicher bilateraler Abkommen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung.

Der Markt kann durch direktes Exportgeschäft in die VAE, durch Bestellung von Handelsvertretern bzw. Distributoren oder durch die Gründung einer eigenen Niederlassung vor Ort bearbeitet werden.

Im Rahmen der Gründung von Niederlassungen sind drei Gebiete zu unterscheiden: erstens das Staatsgebiet der VAE, zweitens die Freihandelszonen und drittens Gebiete, die Offshore-Gesetzgebungen unterliegen. Je nach Standort greifen unterschiedliche rechtliche Rahmenbedingungen, die verschiedene unternehmerische Möglichkeiten eröffnen.

Als Staatsgebiet wird das Territorium der einzelnen Emirate mit Ausnahme der Freihandelszonen bezeichnet. Eine Niederlassung kann in jedem der sieben Emirate gegründet werden.

Die von ausländischen Investoren bevorzugte Rechtsform ist die sogenannte Limited Liability Company ("LLC"). Sie ist mit der deutschen GmbH vergleichbar.

Seit Ende November 2020 ist bekannt, dass mit Federal Decree-Law No. 26 of 2020 umfassende Änderungen zum Gesellschaftsrecht beschlossen wurden. Zu den wichtigsten Neuerungen zählt die Abschaffung des bislang geltenden Grundsatzes, wonach im Staatsgebiet der VAE – also außerhalb von Freihandelszonen – eine emiratische Gesellschaftsbeteiligung von mindestens 51% bestehen muss. Stattdessen können Ausländer künftig in der Regel 100% der Geschäftsanteile einer LLC halten. Ausnahmen werden für Gesellschaften gelten, deren Tätigkeiten von strategischer Bedeutung für die VAE sind. In diesen Fällen wird eine emiratische Beteiligung erforderlich sein. Die Liberalisierung der Regelungen zur Anteilseignerschaft wird sechs Monate nach Veröffentlichung des neuen Gesetzes in Kraft treten. Eine praktische Umsetzung der neuen Rechtslage ist damit frühestens im Frühjahr 2021 möglich.

Die Höhe des Stammkapitals einer LLC können die Gesellschafter grundsätzlich selbst festlegen. Es muss indes zur Erreichung des Gesellschaftszwecks ausreichend sein.

Sofern keine Handelsaktivitäten ausgeübt werden sollen, kommt auch das Gründen einer unselbständigen Zweigniederlassung einer ausländischen Muttergesellschaft, also das Errichten einer sogenannten Branch, in Betracht. Dabei ist – anders als bei der LLC – kein Gesellschaftskapital aufzubringen. Es muss aber eine Bankgarantie in Höhe von AED 50.000 gestellt werden.

Als Alternative zur Gründung im Staatsgebiet kommt das Errichten eines Unternehmens in einer der zahlreichen Freihandelszonen der VAE in Betracht.

Das Emirat Dubai verfügt mit Abstand über die größte Anzahl an Freihandelszonen. Diese sind zum Teil auf bestimmte Wirtschaftszweige ausgerichtet und bieten damit auch innerhalb der Freihandelszone ein ideales Geschäftsumfeld. Zu den bekanntesten Freihandelszonen zählen Jebel Ali Free Zone, Dubai Airport Freezone, Dubai International Financial Centre, Dubai Internet City, Dubai Multi Commodities Centre, Dubai Healthcare City und Dubai Design District.

Freihandelszonen sind räumlich abgegrenzte Gebiete auf dem Territorium der VAE, in denen das Recht der VAE nur eingeschränkt gilt. Ein entscheidender Standortvorteil war bislang die Tatsache, dass die Regelwerke der Freihandelszonen es ausländischen Investoren erlauben, Gesellschaften mit beschränkter Haftung – anders als im Staatsgebiet der VAE – als Mehrheits- oder Alleingesellschafter zu errichten. Künftig wird eine ausländische Beteiligung von bis 100% aufgrund neuer gesellschaftsrechtlicher Bestimmungen in der Regel auch außerhalb der Freihandelszonen möglich sein.

Das Verbringen von Gütern in eine Freihandelszone zur Zwischenlagerung oder zum dauerhaften Verbleib erfolgt zollfrei. Werden dort gelagerte oder gefertigte Waren dagegen in das Staatsgebiet der VAE geliefert, fällt für die meisten Produkte ein einheitlicher Importzoll von 5% an. Dabei wird die Freihandelszonengesellschaft wie ein ausländischer Importeur behandelt.

Auch Offshore-Gesellschaften können in den VAE aufgesetzt werden. Sie bieten eine der kostengünstigsten Möglichkeiten, ein Unternehmen zu gründen. Insbesondere fallen keine Kosten für das Anmieten der sonst obligatorischen Büroräumlichkeiten an.

Zu beachten gilt jedoch, dass es Offshore-Gesellschaften in der Regel untersagt ist, Beziehungen zu Geschäftspartnern in den VAE zu unterhalten.

Die Entscheidung, welcher Standort und welche Rechtsform für das konkrete Investitionsvorhaben in den VAE am geeignetsten ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Dazu zählen Art der Geschäftstätigkeit, Sitz wichtiger Geschäftspartner und verfügbares Budget.

Vor dem endgültigen Entschluss sollte daher immer eine fundierte Analyse der jeweiligen wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen erfolgen, um die passende Basis für das Gründungsvorhaben zu finden.

Für alle zu gründenden Gesellschaften ist sicherzustellen, dass sie den Anforderungen der sogenannten Economic Substance Regulations genügen.

Weitere Informationen

Veröffentlicht am 11.02.2021

Veröffentlicht am 26.01.2021

Veröffentlicht am 25.11.2020

Veröffentlicht am 08.10.2020

Veröffentlicht am 28.09.2020

AHK Legal Newsletter September 2020 (veröffentlicht auf Englisch)

Veröffentlicht am 21.05.2020

Veröffentlicht am 23.03.2020

AHK Legal Newsletter December 2019 (veröffentlicht auf Englisch)

AHK Legal Newsletter September 2019 (veröffentlicht auf Englisch)

AHK Legal Newsletter March 2019 (veröffentlicht auf Englisch)

AHK Legal Newsletter May 2017 (veröffentlicht auf Englisch)

Veröffentlicht am 14.05.2017

Veröffentlicht am 01.08.2016

Veröffentlicht am 11.04.2016

AHK Newsletter Recht und Steuern, Januar 2016, S. 8 f.

AHK Newsletter Recht und Steuern, August 2015, S. 3 - 5

AHK Newsletter Recht und Steuern, April 2014, S. 12 f.

Änderungen der Anforderungen an das Stammkapital von Freihandelszonengesellschaften

AHK Newsletter Recht und Steuern, Dezember 2013, S. 5 f.